Montag, 26. August 2013

Neues Portal zur Friedenspädagogik


Friedenserziehung ist integraler Bestandteil politischer Bildung. Seit kurzem gibt es hierzu eine hilfreiche Website. Aus der Pressemitteilung:
Neue Website zur Friedensbildung an Schulen ist online!

„Frieden will gelernt sein“ ist das Motto für Friedensbildung in Schulen. Die Website www.friedensbildung-schule.de stellt dafür vielfältige Unterstützungsangebote kostenfrei zur Verfügung.

Lehrerinnen und Lehrer, sowie andere Interessierte finden dort Materialien zur politischen Bildung junger Menschen, können Kontakt zu Referentinnen und Referenten aufnehmen und auf eine umfassende Dokumentation der aktuellen Diskussion um Friedensbildung in der Schule zugreifen.

Auf der Website können Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Unterrichtsmaterialien finden, geordnet in einer Datenbank nach Klassenstufe, Thema und Fach. Diese Materialien sind nach Kriterien fachlicher, didaktischer und friedenspädagogischer Art gesichtet und sortiert. Weiterhin gibt es Videos, Kampagnen, Ausstellungen oder Planspiele, mit denen sich der Unterricht ergänzen lässt. Mit diesen fortlaufend erweiterten Materialien kann zu den Themen Konflikte, Krieg und Frieden konstruktiv-kritisch gearbeitet werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Möglichkeiten der zivilen Konfliktbearbeitung.

Ein besonderer Service für Lehrende ist das Format „Aktuelle Stunde“: zu einem gegenwärtig friedenspolitisch relevantem Thema kann eine Stundenplanung inklusive Materialliste heruntergeladen werden. Darüber hinaus gibt es auf der Website Informationen zur Friedenspädagogik, Literaturtipps, Hinweise für Eltern und Schülerinnen, sowie einen Weiterbildungs- und Veranstaltungskalender. Dort kann zudem ein Newsletter zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Friedensbildung bestellt werden.

Die Website www.friedensbildung-schule.de ist Teil des Projekts „Friedensbildung, Bundeswehr und Schule“ und wird getragen von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK).

Samstag, 3. August 2013

Interview auf Jobscast: Politikwissenschaftler 2.0

Diese Woche wurde ich für die Seite Jobscast interviewt. Es ging um Politik (2.0), Politikwissenschaft, die Auswirkungen von Digitalisierung und Web 2.0 etc. Der Podcast steht hier zur Verfügung...

Dienstag, 25. Juni 2013

Don Tapscott: Global Solution Networks

Projekt für Projekt, Buch für Buch hat sich Don Tapscott von wirtschaftlichen zu politischen Fragen vorgearbeitet. Ging es in seinem einflussreichen Buch "Wikinomics" noch um die neue Welt der Wirtschaft im Zeitalter des Web 2.0 (siehe "Wirtschaft 2.0" im Online-Lehrbuch zum Web 2.0), behandelte er in "Macrowikinomics" die Auswirkungen des Web 2.0 auf so unterschiedliche Felder wie die globale Finanzindustrie, die Bekämpfung des Klimawandels, die Zukunft der Bildung, das Gesundheitswesen, die (traditionellen) Medien oder Politik und Regieren.


     

Daran anknüpfend untersucht sein neues Projekt "Global Solution Networks" die Veränderungen, denen sich Politik auf allen Ebenen (und über diese hinweg) gegenübersieht. Unter dem Titel "How to Solve the World's Problems" hat er auf der SXSW 2013 in einem sehr interessanten Vortrag über dieses Projekt und die ersten Zwischenergebnisse berichtet (siehe Video am Ende des Beitrags).

Ausgangspunkt des Vortrags bildet die Grundfrage internationaler Politik (bzw. von global governance): Warum werden die globalen Probleme nicht gelöst? Warum führt das Zusammenspiel der entscheidenden Akteure - Nationalstaaten und Internationale Organisationen - systematisch zu Ergebnissen, die den Problemen und ihrer Dringlichkeit nicht angemessen sind? Paradebeispiel dafür ist natürlich die internationale Klimapolitik und ihre Unfähigkeit, das wohl drängendste globale Problem, den Klimawandel, erfolgreich zu bearbeiten.

Doch es gibt, so Tapscott, Grund zum Optimismus, denn es haben sich neue und neuartige Akteure herausgebildet, die unabhängig von den klassischen politischen Institutionen das Potenzial haben, die globalen Probleme zu lösen: Mit den Global Solution Networks zeichnet sich ein neues Politikmodell ab. Vieles davon kommt einem Politikwissenschaftler natürlich bekannt vor, denn einige der Networks sind (schlicht) NGOs wie Human Rights Watch oder das World Economic Forum, aber es gibt auch (wirklich) neue Arten von Akteuren, die erst durch das Web 2.0 ermöglicht werden (Ushahidi, Wikipedia, CrisisCommons, Anonymous ...).

Tapscott benennt - anknüpfend an die Analysen in den beiden oben angesprochenen Büchern - in dem Vortrag die wesentlichen Triebkräfte für die Veränderungen:
  • technological change
  • net generation
  • social revolution (collaborative communities, self-organization, siehe "Macrowikinomics")
  • economic revolution (siehe "Wikinomics")
Er zeigt auf, welche Akteure bei diesen Networks eine Rolle spielen (state, private sector, civil society, individual), was die Definitionskriterien sind (address a global problem, use the Internet, self-organized, not controlled by a state) und wie sie sich einteilen lassen. Seine Taxonomie umfasst neun Kategorien an Global Solution Networks:
  • knowledge networks (Wikipedia, TED ...)
  • advocacy networks (avaaz.org, KONY 2012 ...)
  • operational & delivery networks (CrisisCommons, KIVA ...)
  • policy networks
  • watchdog networks (Human Rights Watch, AI ...)
  • platforms (SoJo, Ushahidi ...)
  • governance networks (ICANN ...)
  • global standards networks (W3C ...)
  • networked institutions (World Economic Forum ...)
Man darf schon gespannt sein auf das Buch zu diesem Projekt. Einstweilen empfehle ich, eine knappe Stunde für den Vortrag zu investieren:


Don Tapscott - How To Solve the World's Problems - SXSW Interactive 2013 from SXSW on Vimeo.

Sonntag, 12. Mai 2013

Mittwoch, 27. März 2013

BpB: Online-Dossier Wikipedia

[Foto: iStock_000016206307]
Wem das Kapitel "Wikipedia verstehen" im Online-Lehrbuch zum Web 2.0 Appetit auf mehr gemacht hat, der wird im Online-Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) fündig. Dort gibt es ein neues Online-Dossier zum Thema Wikipedia. Es umfasst folgende Kategorien:

Sonntag, 24. März 2013

Unversöhnliche Debatten rund um das Internet

Es wäre so wichtig, fruchtbare Debatten rund um Internet und Digitalisierung zu führen, aber irgendwie gelingt es nicht. Dass das nicht unbedingt daran liegen muss, dass die (jeweilige) Gegenseite keine Ahnung hat, versucht das sehr gelungene neue Buch von Kathrin Passig und Sascha Lobo aufzuzeigen:


Dieses Buch hätten wahrscheinlich alle gerne geschrieben, die wie der Autor dieser Zeilen einen Gutteil ihrer Arbeitszeit mit dem Versuch verbringen, anderen die praktischen Vorzüge von Digitalisierung und Internet näherzubringen, oder in Vorträgen und Seminaren über die Folgen des Web (2.0) räsonieren. Denn sie alle kennen die unfruchtbaren Konfrontationen über Facebook, Wikipedia und all die anderen Dienste. Und sie alle wissen, dass es auf Dauer nicht weiterhilft, wenn man insgeheim denkt, dass auf der (jeweiligen) Gegenseite Hopfen und Malz verloren sei.

Ziel des Buches ist es, die Debatten zwischen Optimisten und Skeptikern zu verbessern:
"Dieses Buch soll beiden vermitteln, dass die andere Seite Gründe für ihre Haltung hat und nicht aus unbegreiflich vernagelten Personen besteht. Oder jedenfalls nicht nur" (S. 9).
Dabei werden auf unterhaltsame und geistreiche Weise die wichtigsten Fragen rund um Internet, digitaler Gesellschaft und Netzpolitik behandelt, etwa Disruption, Beschleunigung, Informationsüberflutung, Kollaboration, Regulierung, Datenschutz oder Urheberrecht.

Fazit: unbedingt lesen, egal ob Einsteigerin oder Fortgeschrittener in den Debatten um Digitalisierung!

Kurzvideo der ADL

Die Anti-Defamation League hat zu ihrem 100-jährigen Bestehen ein schönes Video mit dem Titel "Imagine a world without hate" produziert (naheliegenderweise mit John Lennons "Imagine" unterlegt). Die erste überraschende Erkenntnis: Martin Luther King wäre heute (erst) 84 Jahre alt...

Freitag, 2. November 2012

Neuerscheinung zu den Auswirkungen von Web 2.0 und Digitalisierung

In der edition unseld ist ein weiteres lesenswertes Buch zum Thema Web 2.0 (bzw. Digitalisierung) und dessen (bzw. deren) Auswirkungen erschienen: 

Mercedes Bunz: Die stille Revolution. Wie Algorithmen Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik verändern, ohne dabei viel Lärm zu machen (Suhrkamp, edition unseld, 2012).

Inhaltlich schließt das Buch an mein Lamento über die Einseitigkeit des Diskurses zum Web 2.0 in Deutschland an, geht aber weit darüber hinaus, indem es versucht, der einseitigen Betonung der Gefahren in der deutschen Debatte auf den Grund zu gehen. Mittels knapper und sehr prägnanter historischer Analogien macht die Autorin das Unbehagen angesichts neuer disruptiver Technologien verständlich (Angst vor Maschinen) und führt den Leser an das zentrale Anliegen heran:
"Für die Gesellschaft ist es an der Zeit, die Digitalisierung nicht nur zu fürchten, sondern zu nutzen" (S. 82).
Genau das ist auch der Grundtenor meines Online-Lehrbuchs zum Web 2.0, und auch sonst finden sich zahlreiche Überschneidungen, die sich - so wäre zu wünschen - wechselseitig erhellen. Das trifft beispielweise gleich auf das erste Kapitel zu ("Als die Algorithmen schreiben lernten"), das - angelehnt an David Weinbergers hervorragendes Buch "Too Big to Know" - der Frage nachgeht, wie sich das Wissen selbst durch die Digitalisierung verändert (vgl. etwa den Abschnitt zu "Denken 2.0" im Online-Lehrbuch).

Auch die weiteren Kapitel - etwa zur digitalen Öffentlichkeit oder zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf weitere Bereiche der Gesellschaft - sind hervorragend gelungen und eine durch und durch anregende Lektüre:

Dienstag, 30. Oktober 2012

hr2 startet Funkkolleg "Wirklichkeit 2.0"

Kommenden Samstag (03.11.2012) startet der vielversprechende hr2 Funkkolleg Medien mit dem Thema "Wirklichkeit 2.0 - Medienkultur im digitalen Zeitalter". Ausgestrahlt werden die Sendungen auf hr2-kultur jeweils samstags um 11:30 Uhr und nochmals auf hr-iNFO jeweils sonntags um 8:30 Uhr. Den Podcast der Sendungen gibt es auf www.funkkolleg.de. Auf der begleitenden Website erhält man alle weiterführenden Informationen (z.B. zu den Themen und Sendungen) und kann sich für den offenen Online-Kurs anmelden.

Das Begleitbuch, ein klassischer Reader angelsächsischer Prägung, mit kurzen Texten zu den vielen Themen, die in den nächsten Wochen im Rahmen des Funkkollegs behandelt werden, ist bereits bei Reclam erschienen:


Heute abend findet im Haus am Dom in Frankfurt/Main die Auftaktveranstaltung statt mit dem Titel “Digitale Demokratie – Wie politisch ist das Internet?”. Es diskutieren Markus Beckedahl (netzpolitischer Aktivist aus Berlin und Begründer des Blogs netzpolitik.org, Autor von ”Die digitale Gesellschaft: Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage”), Anke Domscheit-Berg (Mitbegründerin des Government 2.0 Netzwerks) und Prof. Dr. Claus Leggewie (Politologe und Autor von “Mut statt ‘Wut - Aufbruch in eine neue Demokratie” sowie “Unter Piraten - Erkundungen in einer neuen politischen Arena”).

   

Why Democracy Matters

In einem interessanten TEDx Talk im House of Parliament spricht der britische MP Rory Stewart über die Probleme der Demokratie und darüber, warum sie bedeutsam ist und wie sie wieder gestärkt werden könnte:


Sonntag, 21. Oktober 2012

Die Debatte um das Urheberrecht

Wer sich in vertretbarer Zeit einen ausgewogenen Überblick über die leider sehr hitzig geführte Debatte zum Urheberrecht verschaffen will, dem sei der hervorragende Aufsatz von Anne Lauber-Rönsberg in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ) empfohlen: "Raubkopierer und Content-Mafia: Die Debatte um das Urheberrecht". Ein kleiner Appetithappen:
"Die aktuelle Debatte dreht sich im Kern darum, wie umfangreich die Rechte der Urheber ausgestaltet sein müssen, damit das Urheberrecht seine Anreiz- und Belohnungsfunktion optimal erfüllen kann, und in welchem Ausmaß das Urheberrecht zugunsten der Nutzer eingeschränkt werden sollte. Dabei ist es sicherlich nicht zutreffend, dass ein besonders starkes Urheberrecht zwangsläufig zu mehr Kreativität und Innovation führt. Während ein zu starker Schutz neuem kreativem Schaffen im Wege steht und damit zu Innovationsblockaden führt, übt ein zu schwacher Schutz eine zu geringe Anreizfunktion aus. Die zentrale Frage ist also, wie im gesamtgesellschaftlichen Interesse ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rechtsinhaber- und Nutzerinteressen erreicht wird."

Freitag, 28. September 2012

Clay Shirky zu Regieren 2.0

Wann immer ich in den letzten Jahren gefragt worden bin, welche Bücher ich zum Thema Web 2.0 empfehlen könne, habe ich geantwortet, dass ich Clay Shirky's "Here Comes Everybody" nach wie vor für das beste Buch zum Thema halte (auch sein folgendes Buch, "Cognitive Surplus", ist sehr lesenswert). Nun gibt es einen aktuellen TED Talk, in dem Shirky die Open Source Methode als Modell für Politik und Verwaltung ins Spiel bringt.