Mittwoch, 6. Dezember 2017

Big Data in der Schule

Wenn die Digitalisierung vor Schulen keinen Halt macht, so werden natürlich auch an dieser Stelle Daten generiert. Diese können anschließend genutzt werden, um individuelle oder auch gruppenspezifische Unterschiede zu erkennen und damit Lernprozesse effektiver zu gestalten.

So kann bei Online-Lernprogrammen festgestellt werden, wer sich wie lange mit bestimmten Inhalten beschäftigt und wie häufig er bestimmte Dinge frequentiert. Daraus können Rückschlüsse auf das Programm selbst gezogen werden, wodurch sich wiederum Möglichkeiten zur Verbesserung desselben auftun, wird Prof. Christof Meinel in der Süddeutschen Zeitung zitiert.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass in einem Unterrichtskonzept, welches digitale und analoge Angebote gleichermaßen nutzt, Daten sehr genaue Rückschlüsse auf Verständnisprobleme, die sich aus dem traditionellen Unterricht ergeben, geben können. Ein solches, zeitlich möglichst unmittelbares Feedback an die Lehrkraft könnte diese etwa zu wichtigen Umstrukturierungen von Unterrichtseinheiten bewegen.

In eine ähnliche Richtung zielt die Anregung von Viktor Mayer-Schönberger, Schüler*innen könnten Literatur auf Tablet-Computern lesen und markieren und der Lehrkraft damit wichtige Informationen über Verständnisprobleme oder besonders interessante Stellen schon vor Beginn der Unterrichtsstunde zukommen lassen.

Neben den direkten, potentiell unterrichtsverbessernden Möglichkeiten, die Big Data uns eröffnet, sehe ich aber vor allem auch die Chance, durch die Nutzung ebendieser mit den Schüler*innen einen Dialog über Datenschutz zu eröffnen, da auf diese Weise immer wieder sichtbar wird, wie Daten generiert, ausgewertet und genutzt werden.

In diesem Kontext können und müssen dann Chancen und Risiken der verwendeten Technologien immer wieder angesprochen und diskutiert werden. Einen besseren Weg, dieses Thema nachhaltig in den Köpfen der Lernenden zu verankern kann es daher kaum geben. Wenn die Chance denn genutzt wird - ein bloßes Verwenden von Datenanalysen hätte vermutlich eher einen gegenteiligen Effekt.

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