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Mittwoch, 21. Juni 2017

Politische Partizipation Jugendlicher im Web 2.0

Der Forschungsverbund "Deutsches Jugendinstitut e.V. / Technische Universität Dortmund" hat sich in der Veröffentlichung mit den Chancen, Grenzen und Herausforderungen von politischer Partizipation Jugendlicher im Web 2.0 befasst: http://www.forschungsverbund.tu-dortmund.de/fileadmin/Files/Freiwilliges_Engagement/2015-01_Expertisen_Polit_Partizipation_WEB_2-0.pdf

Sonntag, 18. Juni 2017

Servicestelle Jugendbeteiligung

"Die Servicestelle Jugendbeteiligung ist seit 2001 die erste Anlaufstelle für junges Engagement und Partizipation. Homepage: Servicestelle Jugendbeteiligung

Indem sie bundesweit Engagement sichtbar machen, informieren sie über Partizipationsmöglichkeiten und tragen zur Vernetzung bei. Durch eigene Qualifizierungsangebote fördern sie die Emanzipation junger Menschen, zeigen Perspektiven auf und machen sie zum mündigen Teil einer lebhaften Demokratie. Thematisch erstreckt sich ihre Arbeit über die vier inhaltlichen Schwerpunkte Inklusion, Partizipation im digitalen und schulischen Raum sowie Demokratieförderung.

Als bundesweite Organisation setzen sie sich politisch für engagementförderliche Rahmenbedingungen ein und stehen jungen Erwachsenen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit mit Rat und Tat zur Seite. Ziel ihres Wirkens ist insbesondere die Professionalisierung unabhängiger jugendlicher Projektarbeit. Auch Kommunen werden von ihnen in der Umsetzung von jugendgerechten Beteiligungsstrukturen beraten, damit junge Menschen zu aktiven Mitgestalter/innen ihrer individuellen Lebensumfelder werden." (vgl. Homepage der Servicestelle Jugendbeteiligung)

Samstag, 8. April 2017

Debattenkultur im Netz - Öffentlichkeit unter den Bedingungen des Web 2.0 und die Möglichkeiten der (Politik- und Ethik-)Didaktik

Hatte Jürgen Habermas in seiner Habilitationsschrift Strukturwandel der Öffentlichkeit noch beklagt, dass wirtschaftlich bedingte Kapital- und Machtkonzentrationen die Idee der bürgerlichen Öffentlichkeit zerstörten, da sie die Möglichkeit eines diskursiven Austauschs zwischen Gleichen unterliefen und den Weg für vermehrte einseitige Kommunikation freigaben (vgl. Habermas 1990, 228ff.), so kann man sagen, dass heute – im Zuge der Digitalisierung – die Voraussetzungen dafür gegeben wären, auch ohne riesige Kapitalmengen mit Publikationen viele Rezipient_Innen zu erreichen. Dies könnte die wirtschaftlich bedingten Ungleichheiten wieder ausgleichen und die one- oder a-few-to-many- zu einer many-to-many-Kommunikation verändern.

Heute, unter den Bedingungen des Web 2.0, also der Möglichkeit in einem digitalen Raum in Sekundenschnelle Texte, Videos, Bilder und andere Medieninhalte kostengünstig bis kostenlos zu verbreiten, scheint die Idee der sich selbst wieder in die Öffentlichkeit einbringenden Gesellschaftsmitglieder greifbarer als je zuvor. Denn nie zuvor war es so einfach, günstig und gleichzeitig effektiv, selbsterstelle Inhalte herzustellen und zu teilen, aber auch die erstellten Inhalte anderer zu erhalten. Nie zuvor verschwammen und verschwanden die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten, wie unter den Bedingungen des Web 2.0. Axel Bruns nutzt dafür, für die Hybridisierung des Produzenten und Nutzers, den Begriff des Produtzers oder Produsers (vgl. Bruns 2009, 65).

Mit der mittlerweile fast jedem gegebenen Möglichkeit, mit einem Mausklick Öffentlichkeit zu schaffen bzw. sich an (quasi-)öffentlichen Diskussionen und Aushandlungsprozessen zu beteiligen, wären also alle Voraussetzungen geschaffen, um die demokratische Öffentlichkeit so zu verbessern, wie Habermas sie sich idealerweise vorgestellt hat: Als „Ort politischer Diskussionen und Willensbildung“ (Brunkhorst 2006, 124), in dem möglichst keine „Hegemoniebildung“ (ebd.) gegeben ist. Denn jeder kann sich überall informieren, fast überall kritisieren und selbst – ressourcenschonend bzw. nicht ressourcenaufwändig – Inhalte verfassen und dies auch noch kostenlos und schnell. Doch die Realität sieht anders aus.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Partizipation Jugendlicher im Web 2.0

Darum geht es

Gesellschaftliche und insbesondere politische Partizipation ist einer der Grundpfeiler für ein funktionierendes, politisches System. Neben dem wohl bekanntesten Mittel zur Beteiligung in einer repräsentativen Demokratie – der Wahl – gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich selbst in verschiedenste Prozesse einzubringen. Für Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, diese Optionen zum Beispiel im Politikunterricht kennenzulernen.

Verschiedene Beteiligungsformen

Dabei sind die Jugendlichen (und natürlich auch Erwachsenen) heute aber nicht mehr nur auf ‚analoge’ Partizipationsformen beschränkt: das Web 2.0 macht möglich, dass etwa Petitionen schon mit wenigen Klicks unterschrieben oder Blogs in kürzester Zeit erstellt werden können. Diese Freiheit erfordert sowohl ein gewisses Maß an Medienkompetenz, als auch das Wissen darüber, wie wirksam einzelne Partizipationsmaßnahmen sein können. Sigrid Baringshorst stellt die Handlungsformen im Internet in Form einer hierarchischen Pyramide dar, an deren Fuß zuschauende, lesende und zuhörende Akteure stehen und die den kreativen Produser (also die Mischung aus Produzent und User) an der Spitze sieht (Vgl. [1]). Dieser Begriff wurde wohl erstmals von Axel Bruns geprägt (Vgl. [2]) und stellt den wahrscheinlich aktivsten Internetnutzer im Sinne der Partizipation dar.

Projekte und Organisationen

Mit der Popularität des Web 2.0 kamen im Laufe der Zeit verschiedene Projekte auf, die auch von namhaften Organisationen und Trägern – etwa der Bundesrepublik Deutschland oder der Europäischen Union – aufgebaut und unterstützt wurden. Dabei werden unterschiedliche Ziele verfolgt und der Fokus der Projekte jeweils anders gesetzt. Außerdem scheint die Resonanz, die bei den Jugendlichen ausgelöst werden sollte, deutlich geringer auszufallen als erwartet. Zum Teil werden deshalb zumindest bestimmte Teilbereiche der Angebote kaum noch genutzt. Im Folgenden soll eine im Seminar erarbeitete Übersicht dazu dienen, für mehr Klarheit zu sorgen:

Übersicht über vier große Partizipationsprojekte für Jugendliche im Internet.
Die Tabelle erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität.

Links zu den Projekten:

[1] Baringhorst, S. (2014): Internet und Protest. Zum Wandel von Organisationsformen und Handlungsrepertoires - Ein Überblick, in: Voss, K. (Hrsg.), Internet und Partizipation. Bottom-up oder Top-down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet. Springer Fachmedien, Wiesbaden. S.105
[2] Bruns, A. (2007): Produsage – A Working Definition. [Online] http://produsage.org/node/9 [Abgerufen am 20.Dezember.2016].