Sonntag, 12. September 2010

Online Resourcen zum Thema Zensur bei traditionellen und Online-Medien

Für Pressefreiheit und gegen Zensur der traditionellen wie neuen Medien - dafür setzt sich seit langem einer der Autoren des ReadWriteWeb-Blogs, Curt Hopkins, mit großen Nachdruck und einem Schwerpunkt auf die neuen Online-Medien ein. Wie notwendig das ist, belegen seine wöchentlichen Berichte mit dem Titel “This week in Online Tyranny” – der Link verweist auf den aktuellsten vom 10. September.  Dass es sich dabei auch um ein für die politische Bildung zentrales Thema handelt, versteht sich von selbst.

Ich habe Ihnen deswegen nachstehend – wieder auf der Grundlage eines Beitrags von Curt – Websites von im Kampf gegen die Zensur und Beschränkung der Meinungsfreiheit aktiven Organisationen zusammengestellt, die Ihnen mit Ihren Berichten und Dokumenten helfen können, eine Unterrichtsstunde oder gar eine kleine Unterrichtseinheit zur Thematik zusammenzustellen. Da es sich in allen Fällen um englische Quellen handelt, bietet sich ein Einsatz vor allem für die Oberstufe oder, bei entsprechenden Englischkenntnissen, in der Erwachsenenbildung an.

Reporters without Borders

setzt sich seit der Gründung im Jahre 1985 für die Pressefreiheit ein. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Akvititäten findet sich im Teil About us. Es werden besondere Bereiche für die grossen Weltregionen, die Vereinten Nationen und für auf Online-Medien bezogene Vorfälle von Zensur, Inhaftierung und gar Folter, beispielsweise gegenüber Bloggern, angeboten.

Global Voices Advocacy

bemüht sich um den Aufbau eines globalen Anti-Zensur-Netwerks von Bloggern und Online Aktivisten, das sich für die freie Meinungsäußerung und den freien Zugang zu Online-Informationen einsetzt. Die Website bietet neben einer ausführlichen Berichterstattung über Zensur weltweit unter anderem auch Tools und Software sowie Ratschläge zur Durchführung erfolgreicher Online Kampagnen.

Bei der OpenNet Initiative

handelt es sich um ein auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten hochinteressantes Projekt des Citizen Lab am Munk Centre for International Studies der Universität Toronto, des Berkman Center for Internet & Society der Harvard Universität sowie der SecDev Group, die sich auf globaler Ebene mit Problemen von Unsicherheit und Gewalt auseinandersetzt.

Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Analyse von Internetfilterung und –überwachung in Verbindung mit der Frage, welche Auswirkungen diese auf nationales und internationales Recht und Regieren haben. Da würde man sich – dies nur am Rande – freuen, Studierende zu finden, die sich mit dieser hochspannenden Thematik, die offensichtlich auch große praktisch-politische Bedeutung besitzt, einmal näher auseinandersetzen würden.

Das 1981 gegründete Committee to Protect Journalists

kümmert sich in seiner Arbeit primär um den Schutz professioneller Journalisten. Es berichtet über Einschränkungen der Pressefreiheit sowie die Einschüchterung – bis hin zur Ermordung – von Journalisten weltweit, wobei Sie auch hier eine Unterteilung in einzelne große Weltregionen (Afrika, Amerika, Asien etc.) finden. Daneben gibt es auch ein multimediales Angebot mit zahlreichen einschlägigen Videos.

Wenn Sie sich automatisch über einzelne Bereiche auf dem Laufenden halten wollen, stehen dafür sowohl zahlreiche RSS-Feeds als auch die Möglichkeit, eine Mailingliste zu abonnieren, zur Verfügung.

Das waren zwar nur einige, wenn auch aus meiner Sicht besonders wichtige Ressourcen zu dieser Thematik. Jede einzelne von ihnen bietet allerdings Material und Quellen, um sich stundenlang damit beschäftigen zu können. Sie durchzugehen ist – darauf sollten Sie vorbereitet sein – eine deprimierende Angelegenheit. Gerade deswegen aber muss politische Bildung auf diese zum Teil unglaublichen Vorgänge hinweisen, sie im Unterricht, in der Schule wie in der Erwachsenenbildung, thematisieren und sich einmischen.

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